Vorfreude bei den Topstars

Sie war die beste Turnier-Spielerin 2016, gilt als eine der besten Spielmacherinnen der Welt und ist nach dem Abgang von Silvia Neid nun endlich auch Nationalspielerin: Linda Dallmann (Foto) von der SGS Essen freut sich schon seit Wochen auf »Weltklasse 2017«, das 37. DallmannInternationale Frauen-Hallenfußball-Turnier des TuS Jöllenbeck um den Pokal der Sparkasse Bielefeld, das am 14. und 15. Januar nicht nur die ostwestfälischen Fußballfans in die Sporthalle der Realschule Jöllenbeck locken wird. Dallmann und die SGS Essen haben dabei noch eine Rechnung offen: »Der Titel für uns wäre mal an der Zeit.«

Dass das Jöllenbecker »Weltklasse«-Turnier einen herausragenden Stellenwert im Frauenfußball hat, zeigt sich auch daran, wie sehr jedes Turnier bei den Spielerinnen und Trainern nachhängt. Im positiven Sinn, aber im auch im negativen – wenn sportlich nicht alles so gelaufen ist, wie sich das die Mann-schaften vorgestellt haben. Denn bei allem Spaß ist der Ehrgeiz riesengroß. Die SGS Essen stand 2015 im Finale, verlor da aber gegen Bayer 04 Leverkusen, und dominierte 2016 die komplette Vorrunde, um dann erneut zu verlieren und sogar Platz drei zu verpassen. »Da hatten wir unser Pulver schon verschossen«, ärgert sich Essens Nationalspielerin Sara Doorsoun noch heute, »wir wollen es diesmal besser machen, konzentrierter in der K.o.-Runde sein.« Vorausgesetzt, sie qualifizieren sich erstmal für das Halbfinale. Gruppengegner der SGS sind DFB-Pokal-Finalist SC Sand, Tschechiens Champions-League-Teilnehmer Sparta Prag und der Herforder SV. Linda Dallmann jeden-falls freut sich gewaltig auf die Duelle: »Der Hallenboden kommt mir und unserer ganzen Mannschaft sehr entgegen, weil wir eine technisch starke und kombinationsstarke Mannschaft sind.«

In der anderen Gruppe steht neben dem aktuellen Bundesliga-Tabellenführer Turbine Potsdam und Titelverteidiger Fortuna Hjørring, der noch im Viertelfinale der Champions League vertreten ist, auch noch Deutschlands beste Hallenmannschaft der Gegenwart, Bayer 04 Leverkusen. 2015 »Weltklasse«-Sieg beim Debüt, 2016 Finalist und bestes deutsches Team, hinter Hjørring und vor Potsdam. Die knaakTop 3 von 2016 werden dieses Jahr sogar schon in der Vorrunde aufeinandertreffen. »Eine Super-Gruppe, aber es gibt bei dem Turnier ja sowieso nur gute Teams«, sagt Leverkusens U 20-Weltmeisterin Rebecca Knaak (Foto), die in Jöllenbeck schon zweimal gewonnen hat, mit Bayer und Neuenahr. »Aber egal, ob man schon in der Vorrunde oder erst im Halbfinale oder Finale aufeinandertrifft – das sind immer interessante Spiele.«

Für Knaak zählt neben dem Sport aber noch anderes: »Das Besondere des Turniers in Jöllenbeck ist die Atmosphäre. Da sind ja auch immer internationa-le Top-Teams am Start, und dann nutzt man gern auch mal die Zeit zwischen den Spielen, um sich mit anderen Spielerinnen zu unterhalten. Das ist schon was ganz Besonderes.«

Für etwas Besonderes und Einzigartiges ist in diesem Jahr Debütant KRC Genk aus Belgien verantwortlich. Denn das Team um die Nationalspielerinnen Sofie Van Houtven und Lien Mermans ist noch am Freitagabend vor dem Turnier in der belgischen Super-League aktiv. Ein Nachholspiel bei OH Leu-ven. Das könnte ein Nachteil sein, weil das körperlich natürlich viel abverlangt, könnte aber auch ein Vorteil sein, weil Genk als einziges Team dann schon im Wettkampfmodus sein wird.

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