»Viele von uns sind richtig heiß auf die Halle«

Einmal war er schon dabei, als Assistent von Trainer-Legende Bernd Schröder. Jetzt feiert er sein Debüt als Chefcoach von Turbine Potsdam beim »Weltklasse«-Turnier. »Das hat für uns einen hohen Stellenwert«, Matthias Rudolph 216x300sagt Matthias Rudolph vor dem 38. Internationalen Frauen-Hallenfußball-Turnier um den Pokal der Sparkasse Bielefeld. Zum 20. Mal in Folge ist Turbine am 13. und 14. Januar in der Sporthalle der Realschule im Bielefelder Stadtteil Jöllenbeck am Start. Eine Tradition, die »der Neue« nicht ändern will. Ein Mann, der etwas anders ist als sein Vorgänger.


»Die Schule will ich nicht aufgeben«, sagt der 35-Jährige im Interview mit dem offiziellen Turniermagazin von »Weltklasse 2018«, das seit dem letzten Wochenende auch im Internet abrufbar ist. Matthias Rudolph ist nämlich nicht etwa hauptberuflich Fußballtrainer, sondern Sport- und Geographielehrer am Gymnasium in Potsdam. Ein ehemaliger Fußballer, der immer schon zweigleisig gefahren ist und sich selbst als bodenständig beschreibt. Der Schatten seines Vorgängers Bernd Schröder, der mehr als 40 Jahre den Frauenfußball in Potsdam, der DDR und dem vereinten Deutschland geprägt hat, ist riesengroß. Aber schon in seiner ersten Saison als Chefcoach hat Rudolph gezeigt, dass er in Schröders Fußstapfen gut zurechtkommt. Auf Anhieb mit einer verjüngten Mannschaft landete er auf dem dritten Rang, verpasste ganz knapp die Champions League durch eine ärgerliche Niederlage gegen Bayern München am vorletzten Spieltag.
Und auch in dieser Saison ist Turbine ein absolutes Spitzenteam. Als einziger Bundesligist ist Potsdam noch immer ungeschlagen und ist doch am Ende der Hinrunde nur Vierter bzw. Fünfter, falls der 1. FFC Frankfurt noch sein Nachholspiel gewinnt. Der Grund: zuviele Unentschieden. »Wir müssen in der Offensive noch effizienter werden«, lautet deshalb die Vorgabe von Matthias Rudolph. Anfangen können sie mit diesen guten Vorsätzen schon mal beim »Weltklasse«- Turnier in Jöllenbeck, bei dem Turbine als einer der Top-Favoriten ins Rennen geht und hoch motiviert ist. »Viele von unseren Spielerinnen sind richtig heiß darauf, in der Halle zu spielen«, erzählt er, für den das Turnier auch deshalb so wertvoll ist, »weil man hier auf internationale Mannschaften trifft, mit denen man sich messen kann.«
In der Gruppenphase sind das in diesem Jahr der tschechische Vizemeister Sparta Prag und der dänische Ligadritte VSK Aarhus. Dazu kommt Bundesligist 1. FC Köln, für den in Peggy Nietgen (geborene Kuznik) eine ehemalige Turbine-Spielerin und Champions-League-Siegerin aktiv ist. Harte Konkurrenz auf dem Weg zu dem Ziel, das Turnine unter Rudolphs Vorgänger Bernd Schröder viermal erreichte, allerdings mittlerweile seit acht Jahren nicht mehr: Der Sieg beim »Weltklasse«-Turnier von Jöllenbeck.

Alle Infos rund um das aktuelle Turnier und zum Ticketverkauf gibt es unter www.frauenturnier.com.

Gruppe 1

SGS Essen              (Bundesliga; Sieger 2017, Finalist 2015)

Fortuna Hjørring       (Dänemark; Finalist 2017, Sieger 2016,

Champions League-Teilnehmer 2017)

Werder Bremen       (Bundesliga)

KoldingQ                  (Dänemark)

Gruppe 2

Turbine Potsdam     (Bundesliga; Dritter 2017)

AC Sparta Prag       (Tschechien; Vierter 2017,

Champions League-Teilnehmer 2017)

VSK Aarhus             (Dänemark)

1. FC Köln                (Bundesliga)