csm sportbund bielefeld logo 531fad749cDas Sportgeschehen weltweit ruht, also auch in Bielefeld. Unsere Sportvereine befinden sich im Time-out-Modus. Alle Aktiven müssen auf ihre regelmäßigen Sportaktivitäten verzichten. Es klingt paradox, ist aber Realität: Wir treiben Sport, um etwas für unsere Gesundheit zu tun. Jetzt können wir es nicht, weil wir unsere Gesundheit schützen müssen. Mehr noch: Wir treiben Sport im Verein, weil wir hier mit anderen Menschen zusammen kommen, uns sogar mit anderen beim Spiel und im Wettkampf messen. Jetzt können wir es nicht, weil wir eine soziale Distanzhaltung einnehmen müssen. Sportvereine sind – so gesehen – derzeit völlig überflüssig geworden. Sind sie es wirklich?

Genau in dieser Situation appelliert der Stadtsportbund Bielefeld als Interessenvertretung von über 220 Sportvereinen in der Stadt an alle rund 87.000 dort eingetragenen Mitglieder, ihrem Sportverein jetzt nicht den Rücken zu kehren, nach Möglichkeit auch darauf zu verzichten, bereits gezahlte Mitgliedsbeiträge zurückzufordern, weil jetzt das Training abgesagt ist oder ein Kurs ausfällt. Sportvereine sind in dieser Hinsicht keine Dienstleister für ihre Kunden. Sportvereine sind auch keine Supermärkte für Sportangebote. Im Sportverein kann man sich nichts kaufen. Im Kern sind Sportvereine eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die ihren Sport „amateurhaft“ (wörtlich: aus Liebe) ausüben. Je größer die Liebe, desto … egal!

Diese Idee vom Turn- und Sportverein existiert nun schon seit mehr als 200 Jahren so. Sie lebt immer noch, weil es Menschen gibt, die bereit sind, sich für ihren Verein (ehrenamtlich) zu engagieren. Deswegen dürfen Sportvereine auch ein „Mehr an Mitgliedschaft“ erwarten. Daher gilt: Solange diese Idee im Verein mit seinen demokratischen Entscheidungsstrukturen funktioniert, wird es kein Sportvereinssterben geben, nicht wegen und nicht nach Corona.

Der Stadtsportbund richtet diesen Appell zur Solidarität gegenüber den Sportvereinen aber auch an alle Mäzene als stille Unterstützer unserer Sportvereine in Bielefeld und an alle Sponsoren, die vielleicht auf eine fest vereinbarte Werbemöglichkeit in diesen sorgenvollen Zeiten verzichten müssen. Auch sie mögen sich hier solidarisch und „gönnerhaft“ zeigen, denn: Ihr wichtiges Engagement signalisiert immerzu eine Investition in die Zukunft des Sportvereins.

Wann das sportliche Leben in den Sportvereinen in Bielefeld und anderswo wieder „hochgefahren“ werden kann, entscheidet nicht der Stadtsportbund. Wir im Stadtsportbund haben aber eine Hoffnung, sobald es wieder losgeht mit Sport: Wir möchten, dass unsere Sportvereine möglichst gestärkt aus der Zeit nach Corona hervorgehen. Damit das der Fall ist, dafür können Sie, liebe Bielefelder Vereinsmitglieder, im konkreten und im übertragenen Sinne des Wortes Ihren „Beitrag“ leisten. Vielleicht kommen dann sogar noch viele neue Mitglieder hinzu und machen Ihren Sportverein noch stärker. Ganz egal, ob Ihr Sportverein in Hillegossen oder in Jöllenbeck, in Sennestadt oder im Wellensiek beheimatet ist – Hauptsache: Bielefeld bewegt sich (wieder) … im Sportverein!


Bielefeld, den 26.03.2020
Prof. Dr. Detlef Kuhlmann
Präsident des Stadtsportbundes Bielefeld